Alle Gemeinde- und PastoralreferentInnen des Bistums Trier wurden mit einem Schreiben des Generalvikars aufgefordert, innerhalb eines halben Jahres ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen.

Damit werden die Bischöflichen Leitlinien sowie die KAVO-Regelung § 5 Abs. 8 umgesetzt. Danach kann der Dienstgeber ein solches erweitertes Führungszeugnis anfordern, wenn man in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe arbeitet oder in einer Einrichtung oder einem Tätigkeitsbereich eingesetzt ist, zu deren Aufgaben die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehört.

 

Es ist nicht geklärt, ob das erweiterte Führungszeugnis sich rein auf Straftatbestände beschränkt, die sich auf den Bereich sexualisierter Gewalt und Mißbrauch von Minderjährigen beziehen. Dies erscheint uns als SoMAV nicht ganz unproblematisch, da durchaus sonst auch die Gefahr besteht, dass, sollten auch andere Tatbestände vermerkt sein, hier Konflikte mit Loyalitätsobliegenheiten auftreten, die zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen könnten.

 

Zur Zeit ist ebenfalls unklar, wie der Dienstgeber mit Eintragungen im Führungszeugnis umgeht. Die Leitlinien gehen davon aus, dass, sollten Verfehlungen im Bereich sexualisierter Gewalt vorliegen, dass dann auf keinen Fall ein (weiterer) Einsatz im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit im beschriebenen Sinne möglich ist.

 

MitarbeiterInnen, die nicht unter die Regelungen des § 5 Abs. 8 KAVO Trier fallen, sind nicht dazu verpflichtet, ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen, auch wenn sie eine Aufforderung durch den Dienstgeber erhalten haben.

 

Die SoMAV hat den Dienstgeber zur weiteren Klärung der offenen Fragen zeitnah um ein Gespräch gebeten. Wir werden weiter auf der Homepage berichten.